Überlieferte Biografien

Die Weiße und der Schwarze

Die weiße Erscheinung

Mariana Susana · Anna Maria · Anna oder Eva Maria

Geburt
12. September 1412, nach der Überlieferung am selben Tag und zur selben Minute wie Magdalena – genau 400 Jahre früher.
Geburtsort
Orlach.
Klostereintritt
1424, gegen ihren Willen und unter Zwang.
Tod
1438; der Schwarze soll sie ermordet haben.
Erstes Erscheinen
14. Februar 1832 vor Magdalena.
Erlösung
5. März 1833, nach der örtlichen Überlieferung um 11:30 Uhr.

Die Namensformen unterscheiden sich nach Quelle: Mariana Susana in der Gronbach-Tradition, Anna Maria bei Kerner, Anna oder Eva Maria in Teilen der mündlichen Überlieferung.

Ihre Schuld wird in der lokalen Deutung darin gesehen, dass sie sich dem Schwarzen zuwandte, mit ihm Kinder zeugte und an deren Tötung beteiligt oder ihr nicht standhaft entgegengetreten sei. Magdalena übernimmt 400 Jahre später stellvertretend die Handlung, die der Weißen zugeschrieben wird: nicht zuhören, nicht folgen und kein Wort wechseln – nicht einmal „Nein“.

„D’r Schwarz von Orlich“

Der schwarze Abt

Geburt
1397.
Herkunft
Eine elterliche Burg in Geislingen am Löwenbuckel; drei Brüder werden genannt.
Rolle
Abt eines in der Überlieferung genannten Kapuzinerklosters in Orlach.
Tod
1438 durch Selbsttötung.
Zugeschriebene Taten
Mord an sechs Mönchen, zwölf Nonnen und 25 eigenen Kindern.
Rolle 1832/33
Er versucht, Magdalena zum Reden zu bringen, die Erlösung der Weißen zu verhindern und den geordneten Abtrag durch Feuer zu vereiteln.

Der Schwarze erscheint als Gegenkraft zur Erlösung. Sein Ziel ist nicht nur Magdalenas Zustimmung, sondern bereits eine Antwort. Darum wird das Schweigegebot in der Überlieferung so radikal gefasst.